RSS Mitteilungen, I/2020

MYCROBEZ mushroom based alternatives, von Moritz Schiller

In Zeiten des Klimawandels ist nicht nur die Jugend gefragt, mitzuhelfen das Steuer herumzureissen. Trotzdem sind es überwiegend junge Menschen, die den Älteren vormachen, wies geht. Gezeigt haben dies die Bewegungen wie Fridays for Future oder Extinction Rebellion. Aber auch zwei Schüler aus Basel.

Dass das Thema nun endgültig in der Politik angekommen und beachtet wird, heisst so einiges in Anbetracht auf seine Dringlichkeit. Finanzhaie und schwerreiche Konzerne müssen sich “greenwashen” um keinen Imageschaden zu erleiden.  Als Beispiele genannt werden können hier Siemens, Syngenta, Novartis und Microsoft. Auch die Europäische Union will mit ihrem “Green Deal” bis im Jahre 2050 Klimaneutral sein.

Trotz Allem sind unsere Meere, Wälder und Tiere so krank wie nie. Hunderte von Tierarten sterben jeden Tag aus, Tendenz steigend. Auf den Meeren schwimmen Plastikinseln. Die Grösste hat eine Fläche von bis zu 15.000.000 km2. Zum Vergleich: Europa hat eine Fläche von 10.180.000km2. Die grösste der Plastikinseln ist also viermal so gross wie Deutschland. Ganz zu schweigen von dem Mikroplastik in Wasser und Luft, die vielen Pflanzen und Tieren stündlich das Leben kosten. Trotzdem kaufen wir munter weiter Plastik z.B in Form von Verpackungen.

Ein Basler Start-Up will dem nun ein Ende setzen. Es wurde von Mosas Pilscheur, einem Abgänger dieser Schule und Jonas Staub gegründet.  Das Start-Up, mit dem Namen Mycrobez, hat sich dem Kampf gegen den immensen Plastikverschleiss und der damit einhergehenden Klimakatastrophe verschrieben.

Mithilfe von Pilzgewebe und biologischem Abfall wie Dung, der von Bauernhöfen bezogen wird, lassen sich durch komplexe Prozesse verschiedene Arten von Plastik nachbilden. So kann man aus biologisch abbaubarem Pilz, die Strukturen von Styropor oder Hartplastik simulieren. Die Möglichkeiten sind enorm. Die beiden Jungunternehmer träumen von einem kompletten Ersatz des “Einwegplastiks” durch Pilzgewebe. In einem Keller führte das Duo die ersten Versuche durch und gründeten kurz darauf eine GmbH.

Und das mit Erfolg: Mycrobez gewann jeweils den ersten und dritten Preis bei zwei renommierten universitären Start-Up Wettbewerben der Schweiz. Einher mit dem Preisgeld gingen High-End Forschungsapparaturen, welche der jungen Firma zu Verfügung gestellt werden, um den Prozess zu beschleunigen und zu verbessern. Ausserdem erhielten sie einen von fünf hochbegehrten Plätzen im Impact Hub Incubatore-Programm. Dieses stellt Expertise, persönlich zugeteilte Mentoren, Räumlichkeiten und das nötige Netzwerk zur Verfügung.

Als nächsten grossen Meilenstein nimmt sich Mycrobez die Patentierung des Produktionsverfahrens vor. Das junge Unternehmen hat noch Einiges an Weg zu gehen, doch die ersten Schritte sind gemacht und lassen auf eine erfolgreiche Zukunft hoffen. Mit weniger Plastikverbrauch.